Eingeträge mit dem Tag Speedfest’

Speedfest Eindhoven

 - Nov 28th

Jedes Jahr laden die holländischen Rocker von Peter Pan Speedrock zu einer großen Party ein und lassen dort immer einen Haufen ihrer Lieblingsbands spielen. So machte ich mich also nach Eindhoven auf um eine bunte Mischung aus Punk/Rock/Metal Kapellen zu sehen.

Wie das bei den Holländern nunmal so ist, schaffen es unsere Nachbarn auch immer wieder einen völlig verwundert stehen zu lassen. Es fängt damit an, daß das Mädchen am Presseeingang erst beim zweiten Versuch in der Lage ist den Namen von meinem Ausweis richtig zu lesen und ihrer Liste zu finden. Als nächstes gibt es Getränke und Futter nur gegen Münzen. Die muß man allerdings an einem Automaten erwerben. Cash oder EC Karte. Das Ding will aber mindestens 15€ sehen, nur um einem dann 4€ als Wechselgeld zu geben und 5 Münzen dazu. Getränke 1 Münze, äh halt es gab auch Sachen auf der Karte die 1,5 Münzen kosten?! – Ja da wird die einfach in der Mitte durchgebrochen. Kopfschütteln.

Das Klokgebouw stellt sich als riesige ehemalige Lagerhalle heraus. Wobei die in vier Bereiche unterteilt ist, jeweils zweimal eine allein schon riesige Halle mit Bühne, ein dritter Raum mit einer kleineren Bühne und dann nochmal einer mit der Gastronomie und Bänken. Ich habe schon Open-Airs erlebt, die auf weniger Raum stattfanden… Trotzdem ist es nur am Anfang leer und später zeigen sich alle Räume gut gefüllt. Da das Programm zwischen den Bühnen wechselt, gibt es ein fleißiges hin- und her.

Das Publikum spiegelt irgendwie die Bandauswahl ziemlich gut wieder: Viele Leute aus der Schnittmenge zwischen Punk und Rock, nicht die Asseln, sondern mehr die etwas gestyltere Variante. So Turbojugendliche etc.. Dazwischen einige Metaller und Psychobillys. Ich glaube ich war einer der 3 Leute die nicht tätowiert waren.

Musik gab es natürlich auch: Den Auftakt machen die Accelerators aus Rotterdam. Die Jungs haben dieses Jahr ihre Debut-Platte veröffentlicht, die meiner Meinung nach absolut großartig ist. Leider hat sich das noch nicht rumgesprochen und als erste Band hat man es ohnehin schwer. Trotzdem eine gute Performance. Dummerweise ist das Licht am Anfang einfach nur Mist, da hat der Lichtmensch wohl noch gepennt. Ärgerlich wenn man Fotos machen will. Erst in der Mitte des Sets kommen all die schönen Lichter zum Einsatz.

Rüber zur nächsten Bühne: Gewapened Beton. Gibt es sowas wie ein holländisches Pendant zu Deutsch-Punk? Ich glaube ja. Auch wenn die Hälfte der Songs auf Englisch sind.

The Shavers – Puh der Sänger ist eindeutig ein Original, ich kann es kaum in Worte fassen. Die Musik ist eher primitiver Rock’n'Roll mit Surfguitarre. Als dann noch eine Tänzerin auftritt, muss man schon zugeben, daß es unterhaltsam ist.

Banane Metalik machen Psychobilly mit dem ganzen Kram, der dazu gehört: Verkleidung, Makeup, Nebel, Kontrabass. Irgendwie kriege ich von der Musik nicht viel mit, weil ich krampfhaft versuche trotz Nebel und Gegenlicht irgendwelche Bilder hinzubekommen.

Valient Thorr hingegen können mit ihrer Mischung aus Glammetal und Trash schon deutlich mehr überzeugen. Die haben auch alle die passenden Haare, um so richtig zu Headbangen. Das macht Laune!

Die belgischen Triggerfinger machen eher klassischen Rock, kriegen aber sehr gute Noten in der B-Wertung für die eindeutig am besten gekleidete Band des Tages. Anzüge und so. Der Sänger sieht aus wie eine zersauste Variante von Sean Connery und der Bassist wie Markus Maria Profitlich.

Coffin Nails schau ich mir nur kurz an. File under: belangloser Rockabilly.

In der Zwischenzeit gehe ich auch mal etwas essen. Der DJ in der einen Halle spielt irgendwelche mir unbekannten Party Hits, mit dem Ergebnis das tatsächlich Leute auf den Tischen tanzen. Es hat so was von Oktoberfest. Puh. Das geht gar nicht!

Es folgt das Highlight des Tages: Die New Bomb Turks rocken wie die Hölle. 3/4 der Band machen nicht viel, aber dafür macht der Sänger umso mehr Alarm. Ständig ist er in Bewegung, springt durch die Luft, fummelt den Security Leuten am Kopf herum, animiert die Fotografen zum mitsingen, surft mehrfach durchs Publikum. Große Show! Ich steige extra im hinteren Teil der Halle an einem Pfeiler hoch um noch mehr Bilder zu machen und genieße jeden Moment.

Karma to Burn machen so langweiligen Stonerrock, daß ich nach einem Song wieder gehe.

Jetzt geht die Party richtig los, denn als nächstes sind die Gastgeber selbst an der Reihe: Peter Pan Speedrock geben sich die Ehre. Naja, man kennt die Herren ja. Live eine Wucht, der Mann weiß schon wie man Gitarre spielt. Das Publikum ist hier um sie zu sehen und geht ordentlich ab.

Es folgen die US Bombs mit einem wie sie selbst betonen “1997-Lineup”. Hmm, ich hab die schon in den 90ern nicht verfolgt. Warum trägt der gute Duane nur einen Revolver am Gürtel? Cowboy? Kann mich nicht überzeugen.

Danach bin ich nach Hause gefahren. Es haben noch Death Angel und GBH gespielt. Allerdings waren 8 Stunden Festival genug für mich.

Geschrieben am: 28. November 2009
Kategorien: Musik
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