No Means No
@ Gebäude 9, Köln
Ich sitze im Zug auf dem Rückweg vom Propagandhi Konzert Tags zuvor als mich die SMS mit dem Hinweis erreicht da sei noch ein Platz im Auto frei zum No Means No Konzert am Abend. Nun habe ich zwar wirklich keinen Mangel an Livemusik und NMN auch schon mehrfach gesehen, aber jede Show bislang war großartig – ich kann also gar nicht nein sagen.
Alle Mitfahrer waren so schlau sich vorher Karten zu besorgen und können daher in Köln angekommen erstmal am Kiosk halt machen, ich hingegen suche erstmal die Abendkasse auf. Direkt anschließend geht es auch schon los. AMPERSAND geben die Vorband. Mich können die Kölner allerdings nicht begeistern. Ich schaue sie mir für geschätzte zwei Songs an und entscheide mich dann dafür doch lieber nochmal frische Luft schnappen. Etliche Freunde und Bekannte teilen meine Meinung und so machen wir es uns auf dem Bänken vor der Halle bequem.
Kurz nach 22 Uhr kommen dann die Brüder John und Rob Wright sowie Gitarrist Tom Holliston auf die Bühne. Das Gebäude 9 ist zwar sehr gut gefüllt, aber dennoch ergattere ich einen Platz ganz vorne, was perfekt zu meinem Vorhaben passt mal wieder ein paar Fotos zu machen. Das Licht ist gut und das Schlagzeug ist fotografenfreundlich am Bühnenrand aufgebaut und ich gleich daneben.
Es dauert nur bis zum zweiten Lied und ich weiß der Abend wird groß. Endlich gelange ich mal in den Genuß “Oh No! Bruno!” live zu hören! Überhaupt: No Means No sind live eine Wucht! Was die drei alten Herren (das muss man so sagen!) da auf der Bühne veranstalten ist atemraubend. Allein John Schlagzeugspiel – die Geschwindigkeit, Präzision und Komplexität – finde ich als doch eher primitiver Punkrocker einfach nur faszinierend. Und ich spreche jetzt von einem ganz normalen Song nicht von irgendeinem albernen Solo oder Angeber-Teil. Robs Basspiel treibt die Songs voran und Tom holt aus seiner Gitarre einfach alles raus. Erfrischend finde ich das da grade mal zwei Fußpedale vor ihm liegen, wenn ich daran denke was so mancher Indie-Gitarrist an Effektgeräten mitbringt… Am besten ist jedoch die gute Laune die von der Bühne strömt. Mag die Musik auch noch so verspielt und komplex sein, die drei haben sichtlich Spaß an dem was sie da tun. Es wird rumgealbert, Bier getrunken, lustige Grimassen geschnitten und man merkt daß da noch ein gehöriges Stück Kind-im-Mann bei allen zu finden ist. Irgendwann wende ich dann doch mal meinen Blick von der Bühne und sehe daß hinter mir die halbe Halle in Bewegung ist. Da wird getanzt, gesprungen, mitgesungen. Und das mitten im Sommer. Eine Zeit lang stellt sich ein großer Kerl neben mich, der wahnsinnig schwitzt. Als er wieder geht ist die ganze Seite meines Tshirts nass… unglaublich. So geht das mehr als eineinhalb Stunden, es gibt alte Klassiker und ganz neue Songs und die Leute toben. Einmal mehr eine überragende Show der Kanadier.
Kategorien: Musik
Tags: Gebäude 9, Köln, No Means No
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