Hey, erinnert sich jemand daran daß ich mal loszog um Nachtaufnahmen von leeren Straßen zu machen? Hat sich mal jemand gefragt was das eigentlich sollte? Wahrscheinlich nicht, aber das ist die Geschichte die dahinter steht: Ulrich von den 20 Belows fragte nach diesen Fotos um sie für das neue Album der Band zu benutzen. Das konnte ich nicht zurückweisen, denn ich hab die Aufnahmen gehört und sie sind großartig! Das Album kommt diesen Monat auf Monster Zero Records heraus, mit diesem Cover:
Auf der Rückseite ist ein weiteres Bild aus der Nacht. Ich find das Artwork super! Und ich muss demjenigen der die Bildbearbeitung gemacht hat meinen Respekt aussprechen: Gut gemacht! Die Band streamt 8 Lieder der neuen Platte auf ihrer Myspace Seite, unbedingt reinhören! Außerdem kommen sie auf Tour und spielen am 27. Mai in Bonn! Hoffe Euch da zu sehen!
Das Queensday Festival ist eine sehr sympathische Veranstaltung die jedes Jahr im niederländischen Venlo stattfindet, nur ein paar Kilometer hinter der deutschen Grenze. Dieses Jahr feiert man das zehnjährige Bestehen und nahm dies zum Anlaß mit den Bouncing Souls einen richtig fetten Headliner einzuladen. Neben der erfreulich grenznahen Lage punktet vor allem die Location und das Flair. Ein paar hundert Leute, bunt gemischt durch alle Szenen der Rock/Punk/Hardcore Szene, verteilen sich vor drei Bühnen (davon eine open Air) und es gibt jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm. Der Eintritt betrug lächerliche 6€! Ein echter Geheimtip!
Zuerst habe ich einen kleinen Umweg durchs Ruhrgebiet gemacht um noch Berni einzusammeln. Angesichts der Tatsache daß es der Freitag Nachmittag vor einem Feiertag war, war das eine blöde Idee, der ganze Pott ist ein einziger Stau. Ich fahre extra eine ganz andere Strecke nur um nicht in den schlimmsten Verkehr zu kommen. Kaum auf dem Parkplatz angekommen treffe ich auch schon die ersten Bekannten. Das ging auch die ganze Zeit so weiter. Nach der Ankunft war erst mal großes Händeschütteln angesagt.
Die erste Band die ich mitbekam waren The Real Danger, melodischer Pop-Punk der nicht nur musikalisch an die Desendents erinnert, der Sänger hat auch optisch was von Milo. Dann werden auch noch Screeching Weasel gecovert und im Publikum ist gut Stimmung. Ein sehr guter Auftakt des Abends. Anschließend wird man im Außenbereich von The Dead Elvis beschallt. Dabei handelt es sich um einen Typen im Elvis-Kostüm mit Zombiemaske der als one-man-band Rockabilly und Blues spielt. Ziemlich großer Trash-Faktor, kann aber nicht wirklich begeistern. Erst Recht nicht unter freiem Himmel bei Sonnenscheid. Auf der großen Bühne geht es unterdessen mit Banner Pilot weiter. Die vier Jungs aus Minneapolis haben letztens ihr zweites Album bei Fat Wreck veröffentlicht und sind nun das erste Mal in Europa auf Tour. Ein bißchen Dillinger4 und Lawrence Arms mit rauhem Gesang und melancholischen Texten. Das weiß zu Gefallen. Der Italiener in der ersten Reihe (dessen Name mir entfallen ist, aber ich habe ihn auf der Tour getroffen) singt von Anfang an jedes Wort mit! Respekt! Wieder auf der Außenbühne machen sich die Accelerators aus Rotterdam daran den letzten Auftritt ihrer zweimonatigen (!) Tour zu spielen. Heute sind alle Leute die an der Tour beteiligt waren vor Ort (1 Bassist, 1 Drummer, 3 Guitaristen, 4 Fahrer) und wären die technischen Probleme mit dem Mikro nicht gewesen dann hätte das mit dem abfeiern noch besser geklappt. Am Ende der Nacht machen wir noch ein Foto mit allen 10 von uns. Vor dem Bouncing Souls Nightliner….
Dummerweise war ich so schlau und habe fast kein Geld mitgenommen. Von den drei Drinktickets verliere ich schlauerweise auch noch eins. Zum Glück gibts die Möglichkeit die leeren Becher zurückzubringen und für 20 bekommt man ein neues Getränk. Ich mache das zweimal und lasse mir von Paul auch noch einen Drink spendieren. Vielen Dank!
Nur aus der Entfernung höre ich etwas von Shaking Godspeed. Ein Trio mit Drums, Guitarre und Orgel. Teilweise erinnert mich das an die White Stripes, aber dann wirds doch ab und an zu hippiemäßig…
Relativ früh betreten gegen 21:30 die Bouncing Souls die Bühne und die Halle ist nun prall gefüllt. Durch Zufall und Glück ergattere ich einen Platz an der Seite auf einem Regal so daß ich alles gut überblicken kann. Der erste Song ist der Opener des aktuellen Albums und gleich ist die halbe Halle am tanzen, die Hände sind in der Luft und die ersten Stagediver fliegen über die Köpfe. So bleibt es bis zum Ende. Immer mal wieder läßt sich Greg vom Publikum durch “Hey” Rufe unterstützen. Überhaupt wird viel mitgesungen. Es dauert nicht lange und es wird brüllent heiß in dem Raum. Aber ein Riesenspaß.
Das Ende für mich war dann das Set von Kepi Ghoulie & Friends auf der kleinen Bühne im Obergeschoß. Ihn unterstützen Greg von den Bouncing Souls an der Guitarre und Shanti (Gregs Frau) am Bass. Beide spielen aber zwischendurch auch mal Ukulele. Kepi ist der geborene Entertainer und seine kleinen Rock’n'Roll Songs über Monster und Zombies sind auch unplugged ein Riesenspaß. Er läßt das Publikum mitsingen, Ivo von den Apers immitiert mit zwei Eggshakern das Schlagzeug und die Stimmung ist super. Auch Shanti singt zwei eigene Nummern. Ein mehr als würdiger Abschluß des Festivals. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr! Nachteilig an der grenznahen Lage ist dann natürlich daß einen die deutsche Polizei rauswinkt und das Auto auf Drogen untersucht. Wir haben aber nix dabei. Waren ja auch ganz freundlich. Bei unseren Angaben “Ja wir waren in Venlo auf so nem Festival” – da hätte ich uns auch kontrolliert.
Über den Brenner geht es nach Innsbruck. Zunächst treffen wir Kevin Aper, der vor gar nicht so langer Zeit die flachen Niederlande gegen die Alpen eingetauscht hat. Man spielt Mario Kart und hört Metal. Wir fahren zum PMK, was direkt unter einer Bahnlinie liegt. Ein profesioneller Club. Aufbau, Soundcheck. Dann bringen Kevin, Ox und ich den restlichen Kram in das Apartment wo wir übernachten. Zurück im PMK gibt es Nudeln (ich verschlinge gleich mehrere Teller) und Championsleague auf großer Leinwand. Um nicht in Konkurenz zum Fußball zu treten startet das Konzert erst hinterher.
Als Vorband spielen heute The Zero Heads. Das ist eine sehr junge Band die eher so mid 90er Skatepunk machen. Sum 41 fallen einem ein. Sie haben eine Sängerin, sie kann singen und sieht auch ganz niedlich aus, aber musikalisch ist es nicht so interessant die Band der kleinen Schwester von Avril Lavigne zu hören. Dazu haben sie eine merkwürdige Show auf der Bühne. Es wird alles in Englisch gesprochen und sie tragen komische Klamotten. Es kommt nicht so gut an. Gecovert werden Rihanna (Umbrella) und Bryan Adams (Summer of 69). Aber all das stoppt ihre 5 hardcore Fans nicht dabei vor der Bühne wie verrückte herumzuspringen und zu Pogen. Dabei sind sie völlig hemmungslos. Zwischendurch bin ich nicht sicher ob es noch Tanzen ist oder schon Selbstmord durch Pogo. Den Leuten gefallen auch die Accelerators, so gibt es mehr als eine Zugabe diesmal. Die Coversongs kommen besonders gut an. Vor der Bühne tanzen insbesondere die Damen.
Hinterher gibt es eine lange und interessante Aftershowparty. Kevin macht den DJ und spielt allen möglichen Kram. Von Thrashmetal über Punk über Discoklassiker und was sonst noch alles. Die Stimmung ist ausgelassen bis tief in die Nacht. Sicherlich einer der besten Abende der Tour.
Den nächsten Tag bleiben wir in der Stadt. Viel passiert erwartungsgemäß nicht. Erik und ich machen noch weniger als die anderen die abends ein paar Bier trinken gehen. Ich schaue mir lieber die neuen South Park Episoden an und gehe früh schlafen. Auch am Freitag (Karfreitag) gibt es keine Show, schließlich herrscht Tanzverbot in Deutschland. So fahren wir direkt in die Niederlande zu Eriks Eltern. Kevin begleitet uns. Die Strecke Österreich – Nach Hause kenn ich eh auswendig. Es gibt einen Zwischenstop in Burscheid wo ich ein paar Sachen deponiere, aber nach 20 Minuten geht es schon weiter. Wir begrüßen Eriks Familie, besorgen noch Futter bei einem Fast Food Lokal und das wars auch schon. So zwei Tage off sind schon irgendwie erholsam.
Laut Tourplan war heute Turin dran. Das Konzert wurde aber am Tag zuvor! abgesagt! (wer macht bitte sowas?) Aber dafür ergab sich die Möglichkeit zu einer Show der gleichzeitig stattfindenden Tour von Fake Problems (USA) und The Real Danger (Holland) dazuzustoßen. Hey – endlich mal mit guten Bands zusammenspielen! Also machten wir uns auf den Weg nach Castiglione delle Stiviere, in der Nähe von Brescia und des Gardasees, wo wir ja schon gestern waren. Die Fahrt war also erneut eher kurz und so kommen wir viel zu früh – trotz der Umleitung durch diverse Einbahnstraßen – dort an. Der Konzertort ist ein altes Gebäude mitten in der Stadt, direkt an einem Platz mit Brunnen und Statuen, dort werden wir auch übernachten. Für die Leute die irgendwann mal Counter Strike gespielt haben: Das sieht alles genauso aus wie die Italy Karte!
Irgendwann tauchen die Busse von Fake Problems und Real Danger auf so daß die Parkplätze am Rand des Platzes nun von den Vans belegt werden und dazu rennen komische Punker durch die Gegend. Man baut auf und aus dem Merchandise der drei Bands plus eines Distros entsteht ein Hot Topic in der Ecke. Alles zusammen essen in einem großen Saal Pasta. Ich bin nicht zu 100% schlau aus dem Konzertort geworden. Es gab einen Raum in dem die Livemusik war, es gab eine Kneipe mit Bar und dort war auch das Merch, draußen war ein Innenhof in dem ein Zelt und ein Container mit den Toiletten war, oben dann diverse Räume u.a. ein Tanzsaal (mit verspiegelten Wänden etc..). Also Kneipe, Kultur und Jugendzentrum alles zusammen. Entsprechend war der Eintritt auch sehr hoch, aber ich glaube das war kein Eintritt im regulären Sinne, sondern man bezahlte für eine Jahresmitgliedschaft. So waren auch einige Leute dort an dem Abend die nicht für das Konzert kamen, sondern eben einfach da waren.
Die Show selbst läuft okay. Der Konzertraum ist sehr klein, gewölbte Decke. Da reichen auch 5 Leute in der ersten Reihe und es sieht voll aus, weiter kann man von vorne aus nicht sehen. Alle drei Bands rocken gut und es macht Spaß. Hinterher pennen wir tatsächlich in dem Balletsaal. Wir sind die letzten die am Morgen aufstehen, naja die Fake Problems/Real Danger Tour ist ja noch ganz frisch, die haben noch Energiereserven. Viele frühstücken im Cafe gegenüber. Dann machen wir uns auf den Weg nach Österreich.
South we went for the next shows. First to Latina south of Rome. Its a long drive again and it takes us into quite some mountainous terrain. Most of the country is hills and mountains, save for the big flat plateau in the north. At times the bus struggles going uphill. But thats alright cause the turns are not wide enough to drive fast anyway. I cannot deny that its a beautiful country, I like mountains. The only thing I really wonder about is why the Italians seem to have built most of their villages on top of these hills. I mean there’s got be no water there, usually springs are found on the foot of mountains. And you have to carry everything up all the time. Pretty much everywhere else you find the people living in the valleys….
Once we got past the mountains we got stuck in horrible traffic around Rome. Terrible! So we got a little late to Latina. The venue is weird. When you enter there is something like a cafe, or a bakery store, but then you go into the basement and there’s a huge room with another bar, a stage, a bunch of couches and a billiard table and some table footballs etc.. I like that. Looks like a mix between a rock club, a youth center and something else. Unfortunately they think its a good idea to have all four bands of the night do a sound check and that takes quite some time. Then there is food and after some more waiting the show stars. First with the Nappies, then the Orbits, then the Coffee Shops and finally the Acclerators. Biggest surprise were the Orbits, cause they dressed up in a unique way. There is a good amount of people down there, even though somebody is always paying more attention to the football tables then the bands. And people walk in and out all the time. That night there is a curfew and with the late arrival, the soundchecks, all four bands it got late quickly. So in the end the Accelerators cut their set short, just about 30 minutes. But it didn’t matter. Quick and painless I’d say.
After the show we went to Rome to stay at the Nappies guitar players apartment. At night, driving in Rome is not that hard (finding a parking spot is though). The next day I find out that people in Rome have lemon trees in the backyard, I see more than one. Erik needs to go to a music store to replace broken drum stuff. The store in located in a very convenient way in the center of Rome. I was a little scared about the driving cause I only watched a small intersection for 10 minutes and saw how crazy Italian drivers can be. Turned out alright though. On the way to the store we passed the Colisseum and walked back to it. The Accelerators had shot a video in front of it and an earlier trip (in some guerilla night action) and we went to the same spot to take a photo. The music store was closed mid day so we ended up walking and hanging around some more until it opened. The weather was nice and that was a good relaxing day with some sightseeing included. There was supposed to be another show in Rome tonight, but that got cancelled. We got a replacement show about 150km east of the town though.
Wie man sehen kann steht auf dem Flyer keine Uhrzeit und so dachte ich mir, 21 uhr passt doch eigentlich immer. Daher war ich schon etwas erstaunt als ich mit dem Hinweis ich sei der erste Gast begrüßt wurde! Das war auch mein allererster Besuch im Club Scheisse, obwohl ich schon oft dran vorbeigelaufen bin, liegt er doch sprichwörtlich um die Ecke vom Sonic Ballroom. Es ist mehr eine improvisierte Location, aber ich mochte sie sofort denn sie hat diesen Basement-Show Charakter wie ich ihn aus den USA kenne. Für Punkshows gibts nichts besseres. Negativ ist nur daß ich keine Cola kriege und mit Orangensaft vorlieb nehmen muss. Auf den schiebe ich meine heutigen Kopfschmerzen. So Zeug vertrag ich halt nicht.
Neben der Tatsache daß ich nichts besseres zu tun hatte war der erste Auftritt der Underparts der Hauptgrund für meinen Besuch. Das ist die neue Band mit Leuten von Deny Everything und The Dimensions. Hat nen gewissen Pop-Punk Einschlag und daher werden sie auch als Supportband beim Dear Landlord Konzert was ich im Mai in Bonn mache spielen. Und nach der Show gestern kann ich nur sagen daß ich mich wirklich auf den Auftritt im Bla freue denn was sie abgeliefert haben war sehr unterhaltsam! Die Band lebt davon daß der Sänger einfach alles gibt! Er rannte ins Publikum, wälzte sich auf dem Boden und war beständig im Angriff! Zwischen den Liedern konnte man hören und sehen daß er außer Atem war. Es gibt sicher Leute die besser singen können, aber die sind nicht so unterhaltsam! Man sollte ihm vielleicht mal etwas Ausdauertraining verpassen und gut füttern! Mit “Suburban Home” gab es auch noch ein Descendents Cover und nach weniger als 20 Minuten ist auch schon alles vorbei. Ich fands gut! Das Demo der Band kann man übrigens hier herunterladen.
Weiter ging es mit Burn Alaska – angekündigt als New Modern Oldschool. Ich kann mit vielem neumodischen Hardcore leider nix anfangen. Zu oft ist das einfach mittelschnelle harte Musik über die dann geschrien oder gegrunzt wird. Hier ist es teilweise so. Aber der Sänger weist darauf hin er sei erkältet und würde sich viel mehr Metal anhören als eigentlich beabsichtigt ist. Er ist also entschuldigt. Grade die Jungs von Cutting Class feiern auch gut mit in der ersten Reihe. Cutting Class machen den Abschluß. Ganz zu Anfang fangen ein paar Jungs das Pogen an, was sich aber irgendwann legt. Die Band geht gut ab und nicht nur die Leute von Burn Alaska singen mit. Es gibt die üblichen HC-Szenen: Mikro ins Publikum halten und am Ende Stagedived der eine Guitarist auch noch. Zwischen den Songs bedankt sich die Band bei so ziemlich jedem und kommt sehr sympathisch rüber.
Als alles vorbei ist verlasse ich den Club relativ schnell und gebe mein letztes Geld noch für einen Mitternachtsimbiß aus. Netter Abend!
Es ist wirklich Zeit die Seite hier mal zu updaten. Ich habe noch gar nicht den Bericht von der Show letzte Woche geschrieben. Auch wenn das jetzt nicht chronologisch in der richtigen Reihenfolge ist, so fange ich doch erst mal mit dem Konzert gestern an.
Cobretti / Tackleberry @ Limes, Köln 19/2/2010
Nanu? Erst geht ich jahrelang gar nicht ins Limes und nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr? Was ist denn da los? Naja – Konzerte halt die mich interessieren. Außerdem ist der Laden gut erreichbar wenn man mit dem Auto unterwegs ist und aus dem elterlichen Haushalt anreist. Und sich zwei Hardcore Band anzuschauen ist allemal besser als an einem Freitag Abend zu Hause herumzusitzen. Beide Kappellen habe ich auch letztes Jahr auf den Heartcoretagen (Fotos) gesehen und hatte sie noch in ganz guter Erinnerung.
Eigentlich erwartete ich daß es relativ früh losgeht, zumindest deutete ich den Flyer der “20 Uhr” mit einem fetten Ausrufezeichen drauf hatte deart. Das erwies sich dann doch als Fehleinschätzung, die Bands begannen erst gegen 21.15 Uhr. Die Zwischenzeit wurde mit Konversation überbrückt. War es anfangs noch gut gefüllt so wurde das Limes später wirklich voll. So hatte die Wartezeit ja doch ihr gutes.
Tackleberry spielten als erste. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie kickt mich die Band nicht so wirklich. Die Mucke ist eigentlich ganz geil und so aber mitreißen können mich die vier Kieler nicht. Das ging mir auch schon so als ich mal in ihre letzte Platte reingehört habe. Die Stimmung ist auch beim Rest des Publikums eher verhalten. Es wird geklatscht nach den Songs aber dann stellt sich so eine komische Stille ein. Und so bleibt der Höhepunkt des Auftritts der Moment wo der Sänger das Mikro durch die Luft wirbelt, mich und meinen Nebenmann trifft, das Mikro fliegt von der Schnur irgendwo in Ecke. Ich hebe es auf, baue es wieder zusammen und reiche es wieder auf die Bühne. Das war immerhin dilletantisch-lustig.
Bei Cobretti stimmte dann aber alles. Die Jungs machen Spaß. Da macht es auch nichts wenn beim Bass der Gurt nicht mehr hält, oder man von den herumspringenden Leuten in die PA und Mikros geschubst wird. Die Bühne hat an sich nur ein paar Zentimeter Höhe, aber trotzdem klebten Stagediver an der Decke. Die 20% die mir bei Tackleberry gefehlt haben bringen Cobretti mir und legen nochmal 20% drauf! Da es so voll ist wird der Raum auch warm, groß ist der Teil in dem die Bands spielen ohnehin nicht. So wird jedenfalls ne Schweiß treibende Show draus. Am Ende gibts auch noch ne Zugabe. Genau wie es sein soll.
Nach meinem Scheitern vor zwei Wochen ging ich Donnerstag noch einmal los um es noch einmal mit den Nachtaufnahmen zu versuchen. Um mich nicht wieder von der Radio Talk Show abgelenkt zu werden höre ich sie mir an bevor ich losging. Clever wie ich nun einmal bin. Anschließend machte ich mich in die Stadt auf.
Zunächst fuhr ich nur durch die Gegend. Ich weiß nicht genau wie lange, 30 Minuten – 45 – 1 Stunde? Ein paar Stellen gefielen mir, andere nicht. Jedenfalls fuhr ich viel zu viele Kilometer durch viel zu viele Stadtteile. Ich hatte ja auch nur eine sehr ungenaue Vorgabe: “Leere Straßen, nachts, naß (wenn möglich)” Schließlich dachte ich mir daß es nun genug sei und begab mich daran auch tatsächlich Fotos zu machen. Das ging auch ganz gut. Stativ raus, auf die Mitte der Straße stellen wenn grade kein Auto in Sicht ist, Langzeitbelichtung, wiederholen. Man kommt sich schon etwas merkwürdig vor wenn man nachts mit Mütze, Kapuze, Handschuhen einfach durch die Gegend fährt, anhält, Kram auspackt, Foto, wieder einpacken. Auf der zweiten Tour gelangte ich (teils gewollt teils unfreiwillig) in noch entlegenere Teile von Bonn. Ich hätte noch viele weitere Bilder machen können aber an einem Punkt dachte ich es ist genug und fuhr eigentlich nur noch weiter um des weiter Fahrens willen. Jedenfalls war die Nacht schon so weit fortgeschritten daß mir der Sinn nach Frühstück kam. Das kaufte ich mir schließlich an der Tankstelle am Bonner Verteilerkreis. Irgendwann so gegen 5 Uhr? 2 Croissants, 2 Brötchen. Schließlich ging ich schlafen. Es hat auch Vorteile wenn man Dank seines Nachtjobs so flexibel mit seinem Schlaf umgehen kann.
Ich war schon auf den letzten Hammerhead Konzerten in Trier und München dabei und als die Jungs fragten ob ich mit bei der Show in Leisnig begleiten wollte sagte ich zu. Anlaß war die Releaseparty von Growing Movement deren Sänger Loll ein alter Freund der Hammerheads ist. Ebenfalls dabei: Rawside und zwei lokale Bands. Stattfinden soll das ganze im AJZ Leisnig, im Niemandsland ca. 40 Kilometer hinter Leipzig.
Hinkommen ist das größte Problem, ist doch Winterwetter angekündigt. Und so geht es auch los. Die abschüssige Zufahrt zum Proberaum und der Hinterradantrieb mögen den Schnee nicht. Nur rückwärts kommen wir wieder vom Hof. Zwischen Bonn und Köln liegt Schnee auf der Fahrbahn und es schneit wie Sau. Man fährt 60 Km/h.. wenn das so weitergeht… Ein paar Kilometer dann blauer Himmel… man wundert sich. Unterwegs wird der Rest der Band aufgesammelt. Der Schneefall hat sich verpisst, sogar der durchgesagte Stau hat sich aufgelöst. Und so geht es bis nach Leisnig. Kein Stau, keine einzige Behinderungen durch den Winter. Nur die Scheibenwaschanlage friert zu.
Das AJZ liegt gut versteckt hinter der Tennishalle um die Ecke, um noch ne Ecke und dann den Berg runter. Das soll jemand finden? Kaum sind wir angekommen sehen wir den Hammerhead-Phil. In T-Shirt, kurzer Hose, Schuhe ohne Socken und der läuft so durch den Schnee bei Minusgraden! Muss man nicht verstehen. Ausladen, auspacken, die ersten Getränke entgegen nehmen, den Drummer begrüßen, mit Bekannten quatschen, auf die bestellte Pizza warten – so vergeht die Zeit bis das Konzert startet. Von den ersten beiden Bands bekomme ich nicht viel mit, ich sitze hauptsächlich beim Merch. Die erste klingt so als wäre der einzige Einfluß “Sick of it all”, dazu ist man merkwürdig angezogen mit Bandana, kurzer Hose und langen Socken. Die zweite Kapelle verpasse ich komplett. Dafür ist es auf einmal nach langsamen Beginn auch wirklich voll geworden. Erstaunlich voll sogar wenn man bedenkt wie abgelegen das hier liegt. Da aber sämtliche Konzertbesucher das Rauchverbot konsequent mißachten füllt sich der Raum mit einer schönen dicken Nebelwolke. Die Fenster lassen sich auch nicht öffnen! Das fällt nicht nur mir auf sondern allen anderen auch.
Dann folgen Hammerhead. Zwischendurch schaue ich mir mal ein paar Songs an und mache auch ein paar Fotos. Ich finds gut, aber ich bin wie gesagt auch halb damit beschäftigt durch den Sucher zu schauen und die Kameraeinstellungen zu machen. Dem Publikum scheint es auch zu gefallen. Ein paar Songs werden weggelassen und so ist die Show relativ schnell vorbei. Was Osche hinterher auch positiv vermerkt. Hinterher ist man sich nicht ganz einig wie gut oder schlecht der Auftritt nun war.
Die vierte Band des Abends sind Growing Movement. Das besondere an dem Auftritt ist hier daß Sänger Loll wegen einer Erkrankung mit Multipler Sklerose nur im Rollstuhl sitzend spielen kann. Das nimmt bei einer Hardcore Band natürlich viel von der Energie. Ich kenne die Band nicht von früher, aber da soll auch der Gesang besser gewesen sein. Growing Movement gefallen mir aber trotzdem.
Auch von Rawside sehe ich nicht viel. Habe auch nicht den Eindruck wirklich viel zu verpassen. Aber da ich schon seit 9.30h unterwegs bin, habe ich kein Problem damit daß wir uns in den Gasthof aufmachen wo übernachtet wird. Der entpuppt sich als wirklich ordentliches Quartier. Nette Wirtin und gute Zimmer, so wie es sein soll. Es wird noch länger gequatscht, dann lege ich mich im Nebenzimmer pennen.
Am nächsten Morgen gibt es es exzellentes Frühstück, draußen scheint die Sonne, man ärgert die Hauskatze und schüttelt den Kopf über die Alkoholiker-Anekdoten des frühen Morgens. Die Rückfahrt wird noch unspektakulärer als die Hinreise. Die Sonne scheint und sogar die Scheibenwaschanlage taut auf.
Fazit?
Weder dem Wetterbericht noch dem Verkehrsfunk ist zu vertrauen
Auch Kinderschänder verdienen rechtsstaatlich behandelt zu werden
Wirtin: “Wenn die Bandmitglieder alle woanders wohnen, wie machen sie das dann mit dem Proben?” – “Wir lösen das einfach dadurch daß wir nicht Proben!”
Merchandising verkaufen ist deutlich angenehmer wenn eine gut aussehende junge Dame den Nachbartisch belagert. Insbesondere wenn der die Klamotten einen passenden Ausschnitt aufweisen.
Street Rovers Union / Mastodontti / Team Kleffbotze
@ Limes, Köln – 29. Januar 2010
Aus diversen Gründen und unter verschiedenen Vorwänden schaute ich mir nach der gestrigen Show im Bla das gleiche auch nochmal im Limes in Köln an. Ein netter Punkrockladen in den ich es aber seit dessen Eröffnung noch nicht geschafft hatte. Dabei kenn ich den Lars doch! Ein peinlicher Missstand der zu beheben war. Zusätzlich zu den zwei finnischen Bands spielten auch noch Team Kleffbotze aus Bonn – die wollte ich mir auch mal ansehen. Das Limes liegt in Mülheim ist daher für Kölner Verhältnisse recht abgelegen. Da ich aber aus dem Bergischen Land kam, lag es auf dem Weg. Bei meiner Ankunft war die Stimmung auch gut – hatte der FC St. Pauli doch grade sein Spiel gewonnen, was den bekennenden Fans natürlich gefiel.
Eine Bühne hat das Limes nicht, im hinteren Bereich wird ein Raum freigeräumt der auch nur von einem halb-dunklen Kronleuchter in ein gedämpftes Licht gesetzt wird. Team Kleffbotze machen den Auftakt. Blöder Bandname, der auch nachdem ich ihn mir habe erklären lassen nicht besser wird. Man merkt leider daß es der erste Auftritt des Quartettes ist, weil die Performance ist alles andere als flüssig. Daß man den Gesang nicht versteht kann man der Band allerdings nicht anlasten, das geht auf die Kappe der PA. Geboten wird trotzdem irgendwie melodischer Punkrock, wobei ich mir über die Anleihen und Einflüsse nicht so 100% klar bin. Wenns nach dem Tshirts geht dann Dean Dirg, Hot Water Music und Ultimate Fighting. Äh – ja. Gemäß dem Bandmotto “Das ist Bonn nicht Gainsville” gibts es dafür aber Bärte und Flannelhemd. Jetzt nur noch dem Bassisten nen Haarschnitt verpassen und den Fünfsaiter austauschen und dann wird das schon noch was!
Ich bin mir nicht sicher was Roland den Jungs von Mastodontti ins Frühstück, Mittag- oder Abendessen getan hat, aber die Band spielt heute mindestens dreimal besser als am Tag zuvor. Von Anfang an geht es einfach nur voll nach vorne los und wo ich gestern “rotzigen Punkrock” gehört habe so wird mir heute astreiner Hardcore um die Ohren gehauen. Der Leadgitarrist wird zur absoluten Bühnensau (auch ohne Bühne) und springt und läuft ins Publikum und macht eine richtig gute Show. Macht richtig Spaß! Street Rovers Union klingen immernoch wie Youth Brigade haben aber ebenfalls einen Gang im Vergleich zum Vortag hochgeschaltet. Das Publikum fängt das Tanzen an, mehr muss man nicht sagen.
Dennoch verlasse ich das Limes vor dem Ende der Show, will ich doch noch ein weiteres Konzert im Sonic Ballroom besuchen. Das klappt aber alles irgendwie nicht. Zuerst verfahre ich mich in Köln, und als ich dann doch dort ankomme ist der Laden soo voll daß keiner mehr reingelassen wird. Sprich: mehr als ausverkauft. Find ich aber gar nicht soo schlimm, komme ich so immerhin früher ins Bett. Auf dem Rückweg nach Bonn fängt der versprochene Schneefall an. Ich beende die beiden Tage so wie ich sie begonnen habe: Mit einer Pommes in der Frittebud.
Street Rovers Union / Mastodotti @ Bla Bonn, 28/01/2010
Auf dem Weg von der Frittebud ins Bla sah ich schon daß Björn am Fenster sitzt. Und Abende mit Björn enttäuschen nie! Also schnell zu ihm und seiner kanadischen Begleitung gesetzt! Die beiden berichteten mir vom Soundcheck und das verstärkte nur meine Unsicherheit wie denn das Konzert so sein würde – kannte doch keiner von uns die Bands. Ro hat die wohl mal in Finnland live gesehen und sie haben ihm so gut gefallen daß er irgendwie zwei Konzerte in Deutschland organisiert hat. Respekt!
Mastodontti machten den Anfang. Was soll man groß berichten? Punkrock, teilweise rotzig, auf Finnisch gesungen, insgesamt ganz ok. Die Songs teilweise etwas zu lang für diese Art der Musik. Aber die vier Jungs sind alle noch jung – geschätzte 20 Jahre – das kann schon noch was werden.
Es folgten Street Rovers Union. Bevor es losgeht fragt der Drummer sowas wie “Is everybody having a good time?” Björn Begleiterin meint “Die reden jetzt schon zu viel!” – große Erheiterung. Ich füge hinzu “Und zu langsam!” Aber die Band weiß dann doch zu gefallen. Ich brauche 1.5 Songs um herauszufinden an wen sie mich denn erinnern. Und die Antwort ist 100% eindeutig: Youth Brigade! Der Gesang ist ähnlich, nicht nur die Stimme sondern auch die Gesangsmelodie, ebenso der ganze Grund-Rhythmus der Musik. Die Band klingt total nach Youth Brigade, außer eben daß Youth Brigade ein Trio sind ohne zweite Gitarre und ohne Keyboard, und der Gesang ist immer klar und verständlich und die Texte sind politisch, während man hier nicht so extrem viel verstanden hat. Das kann aber auch an der PA gelegen haben. Englisch hat er schon gesungen. Am meisten Spaß haben wir allerdings am Keyboarder – warum? Weil der auch den meisten Spaß zu haben scheint! Es gibt Coverversionen von Turbonegro (Sailor Man) and The Damned (New Rose) und ansonsten eben uptempo Punkrock ala Youth Brigade! Ich mag Youth Brigade ja, also mag ich das auch. Hab ich schon Youth Brigade erwähnt? Man sollte auf jeden Fall den Vergleich mit Youth Brigade nicht unerwähnt lassen!
Ich wußte alles wird gut als um 18.00 Uhr tatsächlich sowohl die erste Band (mit der Backline!) und der Mischer vor Ort waren. Damit war an sich schonmal alles geregelt. Das klingt jetzt banal, aber leider sind Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht unbedingt eine Bastion im Punkrock und als Veranstalter kann einen das ganz schön Nerven kosten. Die Jungs faßten auch sofort tatkräftig mit an, also war auch das Freiräumen der Bühne schnell geschafft. Man baute auf, begrüßte die zweite Band, bestellte Essen und auch die ersten Gäste erschienen frühzeitig. Warum es trotzdem ewig gedauert hat bis der Soundcheck hinter uns lag weiß ich nicht. War aber auch egal – Zeitplan: unkritisch!
Den Schritt von “alles gut” zu “sehr gut” erlebte ich dann an der Kasse. Es kamen einfach immer mehr Leute und die brachten alle auch noch jemanden mit! So groß ist das Bla bekanntermaßen nicht also haben wir schnell noch einen Tisch weggeräumt um mehr Platz zu schaffen. Den brauchten wir auch. Irgendwann war es dann soweit und ich habe gesagt: OK genug. Ausverkauft! Natürlich tauchten dann noch Leute auf die man unmöglich abweisen konnte, dann noch Leute die auch noch auf die Gästeliste gehörten und trotzdem haben Dirk und ich noch ein paar Leute wegschicken müssen. Wie viele es am Ende genau waren kann ich nicht sagen, mir ist der Überblick verloren gegangen. Jedenfalls haben 141 gezahlt! Unglaublich. Wann habe ich die bitte alle reingelassen?
Mähthräsher leider komplett verpasst, bzw. nur von der Kasse aus gehört. Vor Dean Dirg bin ich dann aber nach vorne gegangen. Da passierte dann die eigentliche Überraschung, und wir gingen von “sehr gut” zu “großartig!” Vom ersten Song an ging es vorne gut ab. Pogo, Stagediving, erhobene Finger, Mitsingen, Party! Normalerweise steht das Publikum in Bonn die erste halbe Stunde mit gekreuzten Armen herum, danach überlegt sich einer “ach ich kann ja mal nen Schritt nach links machen” und bei der Zugabe tanzt vielleicht auch mal jemand. Aber gestern?! Super! Zu den Live-Qualitäten von Dean Dirg muss man ohnehin kein Wort mehr verlieren. Als letzten Song wurde dann noch “Nervous Breakdown” gecovert und besser kann man einen Abend ja gar nicht beenden!
Hinterher waren wirklich alle Glücklich! Die Bands fanden es super, der Laden brummte, die Leute waren fröhlich, es war genug Geld in der Kasse um jeden schön zu entlohnen, der Abbau war auch schnell erledigt und das war von vorne bis hinten die beste Show die ich je auf die Beine gestellt habe! Dank an Mähthräsher und Dean Dirg, Silvie und die Bla-Crew, Immi, Martin, Dennis, Andi, Dirk, Claus fürs Mischen, Frittebud fürs Essen und an alle die mitgerockt haben!